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© Christian Dietz
2003-2017


Die Kultur von Karnivoren

Leider lassen sich die meisten Karnivoren nicht so einfach wie normale Zimmerpflanzen halten. Es ist auch leider nicht immer leicht gute und brauchbare Informationen zur Kultur einer bestimmten Pflanze zu finden. Daher möchte ich hier in diesem Teil meiner Homepage ein paar der von mir kultivierten Pflanzen vorstellen und beschreiben, wie ich sie kultiviere. Zuerst aber ein paar grundsätzliche Sachen:

Wo kommen Fleischfressende Pflanzen vor?

Wenn man an Fleischfressende Pflanzen denkt kommen den meisten sofort fremde tropische Länder in den Sinn. Dies ist allerdings in den meisten Fällen falsch. Karnivoren gibt es auf praktisch allen Teilen der Erde, auch bei uns in Deutschland lassen sich ein paar Arten finden. Mit etwas Glück kann man in unseren Mooren Drosera, Pinguicula und freischwimmende Utricularia finden.

In Australien kommen unter anderem die fast ausschließlich dort zu findenden Zwergdrosera, Knollendrosera, Petiolaris-Drosera, Cephalotus, die Gattung Byblis, sowie diverse Utricularia vor.

Südafrika, insbesondere die Kapregion beherbergt eine große Anzahl an Karnivoren, vor allem Drosera. Neben vielen Arten dieser Gattung ist Südafrika auch Heimat der nur dort vorkommenden Gattung Roridula mit seinen beiden Arten, Roridula dentata und Roridula gorgonias. Einige der leicht zu kultivierenden Drosera, die im Baumarkt angeboten werden stammen aus dieser Gegend.

Auch Venezuela ist reich an Karnivoren. Auf den Tafelbergen Venezuelas trifft man auf Utricularia, Drosera, Genlisea sowie auf Heliamphora. Die Tafelberge sind in der Regel schwer zu erreichen, hierzu ist fast immer ein Helikopter notwendig.

In Brasilien kann man auf eine Fülle an fleischfressenden Pflanzen treffen. Hier kommt neben diversen Drosera, Utricularia und Genlisea auch die neu als Karnivore eingestufte Gattung Philcoxia vor.

Nordamerika ist die Heimat der nur dort vorkommenden Gattungen Sarracenia und Darlingtonia. Neben diesen beiden Gattungen kommen dort noch einige Drosera, Utricularia und Pinguicula vor. Die wohl bekannteste Karnivore, Dionaea muscipula, die Venusfliegenfalle stammt ebenfalls aus Nordamerika.

Der asiatische Raum ist schließlich Heimat der Gattung Nepenthes. Borneo, Sumatra und Sulawesi sind für diese Gattung sehr bekannte Verbreitungsgebiete.

Wieso frisst eine Pflanze Fleisch und mit was und wie oft muss ich sie füttern?

Um eines gleich zu Beginn klar zu stellen, Karnivoren "fressen" kein Fleisch! Vielmehr fangen sie Insekten und verwerten diese. Der Grund dafür ist naheliegend. Alle Karnivoren haben gemeinsam, dass sie auf sehr nährstoffarmen Böden wachsen. Um dieses Defizit auszugleichen haben sie sich im Laufe der Zeit darauf spezialisiert Insekten zu fangen und diese zu verwerten. Dadurch können sie selbst an Standorten existieren, die für viele andere Pflanzen zu nährstoffarm sind.

Füttern muss man Fleischfressende Pflanzen nicht! In erster Linie sind das ganz normale Pflanzen, die Photosynthese betreiben und sich also, bis auf die Möglichkeit, sich zusätzlich mit Nahrung zu versorgen, gar nicht von anderen Pflanzen unterscheiden. Möchte man aber trotzdem füttern sollte man bedenken, dass viele Pflanzen auf lebende Nahrung angewiesen sind. Käse, Wurst und alles weitere in dieser Richtung sollte man vermeiden. Außerdem sollte man vermeiden, die Pflanzen zu oft und mit zu großer Nahrung zu füttern. Bei Drosera können zu große Insekten zu Schimmel führen. Dionaea kann jede ihrer Fallen nur etwa fünf bis sieben Mal zuschnappen lassen, ohne Erfolg zu haben. Danach stirbt die Falle ab. Blätter, die bereits etwas gefangen haben können oft nicht nochmal zuschnappen.

Welche Pflanzen sind für den Anfänger gut geeignet?

Für den Anfang sind z.B. Drosera capensis, Drosera aliciae oder eine der häufig angebotenen Pinguicula-Hybriden hervorragend geeignet. Diese Pflanzen lassen sich oftmals bereits auf einer hellen Fensterbank kultivieren. Auch Sarracenien sind nicht schwierig zu kultivieren, solange man ihnen einen ausreichend kühlen Winter und einen Platz im Freien während des Sommers bieten kann. Im Angebot der Baumärkte befinden sich meistens auch einfache Nepenthes-Hybriden. Viele dieser Hybriden lassen sich auf einer Fensterbank halten. Optimal wäre aber ein Terrarium mit leicht erhöhter Luftfeuchte. Man sollte sich aber im klaren sein, dass die Pflanzen recht schnell wachsen können und dann auch sehr groß werden können. Besitzt man vielleicht sogar ein unbeheiztes Gewächshaus oder ein Moorbeet, so kann man sich auch an den einheimischen Sonnentauen (Drosera rotundifolia, anglica und intermedia) versuchen. Diese Arten bleiben dann ganzjährig draußen.

Wie pflege ich meine Pflanzen?

Ein paar Karnivoren kann man problemlos auf der Fensterbank halten, wenn man ein paar Grundsätze beachtet. Zu diesen Pflanzen zählen unter anderem Drosera capensis, Drosera aliciae, Pinguicula-Hybriden sowie einfache Utricularia.

Als Substrat eignet sich eine Torf/Sand bzw. Torf/Perlite-Mischung für viele der einfachen Arten gut. Es ist wichtig, dass es naturbelassener, ungedüngter Torf ist. Zu viele Nährstoffe im Boden schaden auf Dauer. Auf Düngung sollte man zu Beginn verzichten.

Leider lässt sich auch das meiste Leitungswasser nicht verwenden, da es zu viel Kalk enthält. Regenwasser oder destilliertes Wasser ist am besten geeignet.

Die meisten fleischfressenden Pflanzen kommen in der Natur an sehr hellen Standorten vor. Einer der größten Kulturfehler ist es, seine Pflanzen zu dunkel zu stellen. Selbst ein helles Südfenster ist nicht immer hell genug. Hat man keinen hellen Platz zur Verfügung kommt man um zusätzliches Kunstlicht in der Regel nicht herum.

Sarracenia und Dionaea sind keine Pflanzen für geschlossene Behälter, wie z.B. ein Terrarium. Auch für die Fensterbank sind diese Arten auf lange Sicht nicht geeignet. Am besten bekommt ihnen während des Sommers ein sonniger Standort im Freien. Diese beiden Gattungen benötigen zwingend einen kalten Winter. Leicht Fröste werden problemlos vertragen.

Beachtet man diese Grundsätze steht einer erfolgreichen Kultur der einfacheren Arten nichts mehr im Wege.

Woher bekomme ich meine Pflanzen?

Baumärkte bieten oftmals ein gutes Sortiment an Karnivoren an. Karnivoren sind mittlerweile meist ganzjährig im Standard-Angebot. Im Sortiment befinden sich in der Regel ein paar einfache Drosera, Pinguicula, Sarracenia sowie Nepenthes und Dionaea. Mit etwas Glück kann man aber auch ein paar Raritäten, wie etwa Heliamphora oder Cephalotus ergattern.

Möchte man seine Sammlung irgendwann erweitern gibt es eine ganze Reihe guter Onlineshops mit zum Teil erstaunlichen Angeboten. Einige davon habe ich in der Rubrik "Links" aufgelistet.

Eine weitere sehr gute Gelegenheit, sich mit Pflanzen einzudecken sind die Treffen der GFP. Jedes Jahr finden in den verschiedensten Regionen Treffen statt. Auf den größeren Treffen kann man sehr oft auch die großen Händler finden, die ihre Pflanzen ansonsten nur über das Internet verkaufen. Außerdem sind diese Treffen eine sehr gute Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen.