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Tag 13: Unterwegs nach Walpole

23.09.2011

Cephalotus follicularis ist eine der Pflanzen, an die man schnell denkt, wenn man sich mit Karnivoren in Australien beschäftigt.

interessante Orchidee
Dieser Art ist für Westaustralien endemisch und kommt dort nur an einem Streifen entlang der Südküste vor. Gerne wollten wir diese Pflanze natürlich auch am Naturstandort sehen. Wir hatten Kenntnis über einen Standort in der Nähe von Walpole. Daher beschlossen wir, die Nacht in dem dortigen Caravanpark zu verbringen.

Eine der wenigen Touristenattraktionen in dieser Gegend ist das Valley of the giants. Dort kann man sehr alte und riesig große Bäume (Eucalyptus jacksonii anschauen. In die Krone der Bäume wurde ein Weg gebaut, den man begehen konnte. Da es auf dem Weg nach Walpole liegt wollten wir es uns gerne auch anschauen.

Phill hatte uns am Vorabend noch einige Tipps für die Fahrt gegeben, so dass wir Hoffnung hatten unterwegs bereits interessante Pflanzen zu finden. Das erste Mal hielten wir auf einer Piste, abseits des Highways an. Dort verlief ein kleiner, tiefbraun gefärbter, Fluss, an dessen Ufern wir uns auf die Suche machten. Es dauerte auch nicht lange, bis wir Drosera pulchella fanden. Daneben kam dort auch Drosera glanduligera sowie etwa 1,5 Meter hohe Drosera pallida vor. Schließlich fanden wir noch einige Drosera menziesii. Hier und da konnte man die Blüte von Utricularia multifida sehen.

Neben den Karnivoren gab es dort noch sehr interessante Orchideen, wieder aus der Gattung Caladenia.

Begleitvegetation
Wir verbrachten dort noch einige Zeit, konnten aber keine weiteren Karnivoren finden. Also fuhren wir weiter in Richtung Valley of the Giants.

An einer Stelle wollten wir uns nochmal im Gebüsch umschauen. Wir parkten unser Auto und machten uns auf die Suche. Wir konnten an dieser Stelle nichts finden. Als wir zum Auto zurückkamen und weiterfahren wollten kam ein recht wütender Mann auf uns zu und beschimpfte uns kräftig. Offensichtlich hatten wir auf seinem Privatgelände geparkt, zudem ein kleines Museum gehört. Dieses hatten wir nicht besucht, was ihn scheinbar sehr aufregte. Etwas irritiert fuhren wir weiter.

Der Weg zum Valley of the Giants ist gut ausgeschildert, so dass wir den Park schnell und problemlos erreichten. Nachdem wir die Eintrittsgebühren bezahlt hatten konnten wir loslaufen.

Um in den eigentlichen Park zu gelangen muss man zuerst über den in den Baumkronen gebauten Tree Top Walk laufen, ob man will oder nicht, meinem Fall eher letzteres.

Tree Top Walk
Der Weg schwankte leicht und war nach unten durchsichtig. Über gerade Stücke gelangt man von einer Plattform auf die nächste. Auf diesen Plattformen sollten sich zeitglich nicht mehr als sechs Personen aufhalten. Daran schienen sich die meisten Besucher aber nicht wirklich zu halten. Ich war jedenfalls heilfroh, als wir den Weg hinter uns hatten.

Nach dem Tree Top Walk führt ein kleiner Rundweg durch den Park. Die Bäume sind sehr beeindruckend und müssen uralt sein. Die Stämme waren riesig, teilweise führte der Weg durch Aushöhlungen alter Stämme. Teilweise hätte dort sogar ein Kleinlaster durchgepasst.

Hier sahen wir auch zum ersten Mal eine Huntsman Spieder. Dies Spinne erreicht problemlos die Größe von Vogelspinnen und ist somit eine der größten Spinnen Australiens. Für Menschen sind sie nicht gefährlich. Das Exemplar, das wir sahen wohl noch ein recht kleines Jungtier, dennoch aber sicherlich die größte Spinne, die ich bisher in der Natur gesehen habe!


Eucalyptus jacksonii und Huntsman Spider


Am Ende des Rundwegs landeten wir im Souvenir-Shop. Da er aber neben dem üblichen Kram wie Tassen, Schilder, Anstecker usw. nicht viel interessantes im Angebot hatte verbrachten wir hier kaum Zeit und fuhren weiter.

Unser nächstes Ziel war nun der Standort von Cephalotus follicularis in der Nähe von Walpole. Wir hatten eine ungefähre Ahnung, wo wir suchen mussten.

Blick aufs Meer entlang der Klippen
Allerdings gestaltete es sich vor Ort dann doch deutlich schwieriger als im Vorfeld angenommen.

An diesem Standort wachsen die Pflanzen an senkrechten Klippen in direkter Nähe zum Meer. Von der Straße aus gibt es praktisch keine sichere Möglichkeit, die Klippen hinabzusteigen. Sicherlich waren wir stellenweise nur wenige Meter von den Pflanzen entfernt, kamen aber nicht runter. Wir liefen daher relativ lange oberhalb der Klippen und suchten nach einer Möglichkeit nach unten zu gelangen. Auf der Suche fanden wir einige Drosera collina und Drosera glanduligera. Dafür interessierten wir uns allerdings in diesem Augenblick nicht.

Etwas enttäuscht und frustriert wollten wir aufgeben und am nächsten Tag nochmal auf die Suche gehen. Daher fuhren wir zum Caravanpark, mieteten uns dort eine Cabin und fragten dort einfach mal nach den Pflanzen.

Cephalotus follicularis
Tatsächlich konnten die Leute mit der "Albany Pitcher Plant" etwas anfangen. Mehr, als dass sie an den Klippen wachsen wussten sie allerdings leider auch nicht.

So schnell wollten wir dann aber doch nicht aufgeben, daher waren wir kurze Zeit später wieder auf der Suche. Kurz bevor wir erneut aufgeben wollten fanden wir dann tatsächlich eine Stelle, an der wir in Richtung Meer die Klippen hinunterlaufen konnten! Wir standen plötzlich am Meer und konnten an den Klippen entlang laufen. Es war noch ein Stück Weg bis zu den Pflanzen, aber das hatten wir schnell hinter uns und die ersten Pflanzen hatten wir schnell gefunden.

Wir waren sehr froh, dass wir sie doch noch gefunden hatten. Die Pflanzen waren tiefrot gefärbt und hingen in zum Teil großen Horsten an den Wänden. Die Pflanzen hatten fast ausschließlich karnivore Blätter gebildet. Die für Cephalotus typischen Winterblätter konnten wir kaum finden. Interessant war auch zu sehen wir unterschiedlich die Deckel der Pflanzen gefärbt waren.

Cephalotus follicularis
Einige waren fast komplett rot, während andere fast weiß blieben.

Die Pflanzen wachsen tatsächlich nur wenige Meter vom Meer entfernt. Bei Hochwasser oder Sturm bekommen sie vermutlich etwas Salzwasser ab. Da die Bucht aber nur durch einen Zufluss mit dem Meer verbunden ist und auch einige kleinere Flüsse hineinmünden kann ich mir gut vorstellen, dass der Salzgehalt leicht unter dem des offenen Meeres liegt. Wie genau und in welchen Mengen sie mit dem Salzwasser in Berührung kommen war für uns schwer einschätzbar. Dieser Hang hat übrigens Südlage. Auf der Südhalbkugel ist dies, anders als bei uns, die sonnenabgewandte Seite. Trotzdem waren die Pflanzen tiefrot gefärbt.

An den Klippen lief ständig etwas Wasser herab. An einigen Stellen konnten sich Moose bilden und es war auch zu erkennen, dass Teil der Klippen wohl regelmäßig ins Meer fallen. Dieser natürliche Vorgang wird sicher früher oder später die Klippenstücke mit den Pflanzen betreffen. Es bleibt abzuwarten, wie die Pflanzen damit umgehen würden**.

Cephalotus ist aber nicht die einzige Karnivore, die man dort finden kann. An einigen Stellen konnten wir kleine Drosera pulchella finden.

Als wir den Standort verlassen hatten und zurück am Auto waren war es mittlerweile etwa 16.30 Uhr. Bis zum Sonnenuntergang waren es noch etwa 90 Minuten. Die Zeit wollten wir noch für einen weiteren Standort in der Nähe nutzen. Dort soll es Drosera hamiltonii und Drosera binata geben, die aber beide wohl sehr schwer zu finden sind. Obwohl uns das bewusst war wollten wir diese kleine Chance gerne noch nutzen.

Nach einer kurzen Fahrt waren wir im Nationalpark angekommen und begannen auf einer Wiese mit der Suche. Leider konnten wir, nicht ganz unerwartet, weder Drosera hamiltonii, noch Drosera binata finden. Trotzdem gingen wir nicht leer aus. Auf dieser Wiese wuchsen einige Drosera neesii, die im Sonnenuntergang herrlich glitzerten. Daneben fielen uns noch interessante Orchideen auf. Auf dem Boden konnten wir noch Drosera glanduligera und einige Blüten von Utricularia multifida finden.


Drosera neesii, Drosera glanduligera und Orchidee


Während der Autofahrt zurück fielen uns einige Granithügel auf, die wir uns am nächsten Tag auf dem Weg nach August gerne anschauen wollten. Übernachten wollten wir dann schließlich in der Nähe des Lake Navarino, da wir von dort aus gut zu unserem Treffpunkt mit Phill Mann kommen könnten.

Der Grill
Der Plan war recht sportlich, schien uns aber durchaus möglich.

Nach dem Appartement in Albany verbrachten wir diese Nacht wieder in einer kleinen Cabin auf einem Campingplatz. Fast schon erwartungsgemäß konnte man auf den Herdplatten das Fleisch maximal kochen. Daher suchten Bernd und ich wieder den Gemeinschaftsgrill auf um unser Fleisch braten zu können. Leider war es dort sehr dunkel und wir konnten kaum etwas erkennen. Ein kleines, rattenähnliches Tier lenkte uns zudem noch ab und das Fleisch geriet etwas in Vergessenheit. Zum Glück hatte der Grill eine Ausschaltautomatik, so dass es wenigstens nicht verbrannt ist.


**: Nach Berichten sollen in den Jahren nach unserem Besuch tatsächlich große Stücke der Klippen ins Meer gefallen sein, unter anderem auch Stellen, an denen Cephalotus vorkam. Es gibt aber zum Glück auch neuere Berichte darüber, dass es dort immer noch einige Pflanzen gibt.

Bilder dieses Tages

South Coast Highway <i>Drosera glanduligera</i> - South Coast Highway <i>Drosera pallida</i> - South Coast Highway
South Coast Highway Drosera glanduligera - South Coast Highway Drosera pallida - South Coast Highway
 
<i>Utricularia multifida</i> - South Coast Highway <i>Utricularia multifida</i> - South Coast Highway <i>Drosera macrantha</i> - South Coast Highway
Utricularia multifida - South Coast Highway Utricularia multifida - South Coast Highway Drosera macrantha - South Coast Highway
 
<i>Drosera pallida</i> - South Coast Highway South Coast Highway South Coast Highway
Drosera pallida - South Coast Highway South Coast Highway South Coast Highway
 
<i>Utricularia multifida</i> - South Coast Highway <i>Utricularia multifida</i> - South Coast Highway <i>Utricularia multifida</i> - South Coast Highway
Utricularia multifida - South Coast Highway Utricularia multifida - South Coast Highway Utricularia multifida - South Coast Highway
 
Valley of the Giants Valley of the Giants Valley of the Giants
Valley of the Giants Valley of the Giants Valley of the Giants
 
Valley of the Giants Valley of the Giants Valley of the Giants
Valley of the Giants Valley of the Giants Valley of the Giants
 
Valley of the Giants Valley of the Giants Valley of the Giants
Valley of the Giants Valley of the Giants Valley of the Giants
 
Valley of the Giants Valley of the Giants Valley of the Giants
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Valley of the Giants Valley of the Giants <i>Drosera collina</i> - Coalmine Beach, Western Australia
Valley of the Giants Valley of the Giants Drosera collina - Coalmine Beach, Western Australia
 
<i>Stylidium schoenoides</i> - Coalmine Beach, Western Australia <i>Stylidium schoenoides</i> - Coalmine Beach, Western Australia Coalmine Beach, Western Australia
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<i>Cephalotus follicularis</i> - Coalmine Beach, Western Australia <i>Cephalotus follicularis</i> - Coalmine Beach, Western Australia <i>Cephalotus follicularis</i> - Coalmine Beach, Western Australia
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Walpole, Western Australia Walpole, Western Australia Walpole, Western Australia
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