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Tag 17: Piranha angeln und Reiten

26.07.2015

Wenn man an Fische im Amazonas denkt, so fällt einem meistens zuerst der berüchtigte Piranha ein.
Mantelkardinal - Paroaria capitata
Tatsächlich kommen diese Fische allerdings nicht nur im Amazonas vor, sondern sind in Südamerika recht weit verbreitet, so auch im Pantanal. An diesem Tag wollten wir unser Glück versuchen, einige dieser Tiere zu angeln.

Nach dem Frühstück trafen wir uns vor der Estancia. DJ stellte uns Antonio vor, der mit uns kommen sollte, um uns etwas zu helfen. Für die Fahrt zum Fluss hatte DJ sich den alten weißen VW Bulli reserviert, den die Estancia für so etwas bereithält.

Die Stelle, an der wir Angeln gingen war nicht sonderlich weit von der Estancia entfernt. Allerdings sind die Zufahrtswege etwas holprig, so dass man doch einige Zeit unterwegs ist. Unterwegs entdeckten wir noch einen kleinen Ameisenbär, der uns zu einem kurzen Stopp verleitete.

Schließlich kamen wir am Rio Claro, oder einem kleinen Seitenarm davon an. Dort waren zwei kleine Boote für jeweils drei Personen und Steuermann bereitgestellt, auf die wir uns nun aufteilten.

Die Angeln bestanden lediglich aus einem Bambusstock mit einer Schnur und einem Haken dran.
unsere Boote
Damit sollten wir also Piranhas angeln gehen! Als Köder hatten wir etwas Hühnerfleisch mitgenommen. Wir wurden angewiesen, die Angeln einfach mit etwas Köder zu bestücken, ins Wasser zu hängen und mit der Rute etwas auf die Wasseroberfläche zu schlagen, da Piranhas wohl etwas auf diese Art von Krach reagieren sollten.

Tatsächlich war es so, dass wir ständig Bisse an unseren Angeln feststellen konnten. Offensichtlich schien den Fischen der Köder gut zu gefallen. Allerdings schienen sie ihn anfangs eher einfach abzufressen, anstatt am Haken zu beißen. Daher dauerte es einige Zeit, bis wir den ersten Fisch tatsächlich an Land zogen. Wie wir feststellten bissen die Fische am besten in recht flachem Wasser, in Nähe von Wasserpflanzen. Diese Stellen fuhren wir nun verstärkt an. Sie hatten auch den großen Vorteil, dass sie oftmals im Schatten lagen. Das war bei der Hitze an diesem Tag nicht ganz verkehrt.

Neben dem Angeln lohnt es sich durchaus auch auf andere Tiere zu achten. In den Bäumen kann man jede Menge Kormorane beobachten. Hin und wieder sitzen auch Fischbussarde in den Ästen und warten darauf, dass sich eine Gelegenheit ergibt im Wasser auf Jagd zu gehen.

Antonio wollte uns nun noch zeigen, wie man einen der Bussarde anlockt und dazu bringt, im Sturzflug auf das Wasser zuzufliegen. Er nahm dazu einen der Piranhas, steckte ein Stock hinein und band ein Blatt darum. Das ganze warf er nun für einen der Bussarde sichtbar ins Wasser. Dadurch wurde das Tier animiert, sich das Tier von der Wasseroberfläche zu holen. Der Bussard startete nun im Sturzflug, flog auf die Wasseroberfläche zu und griff nach dem Tier. Es ging alles recht schnell, so dass es schwer war, davon Bilder zu machen.


ein Teil des Fangs

Wir kamen pünktlich zum Mittagessen in der Estancia an. DJ gab den Fang ab und bat darum, uns daraus eine Suppe zu kochen, die wir abends serviert bekommen sollten. Für den Nachmittag stand eine kleine Reittour an.

Wir hatten alle etwas bedenken, da von uns bis zu diesem Zeitpunkt niemand jemals auf einem Pferd gesessen hat. Aber bereits Carlos hatte uns in Minas Gerais versichert, dass die Tiere bestimmt an absolute Anfänger gewöhnt sind und sie vermutlich ihren Weg machen, egal was wir mit ihnen anstellen würden.

Da es ein sehr warmer Tag war sollte es erst gegen etwa 16 Uhr losgehen, da es ansonsten für die Tiere und uns zu heiß war. Daher hatten wir nach dem Mittagessen etwas Zeit, um uns von den Strapazen des Morgens auszuruhen. Um 16 Uhr trafen wir uns dann alle vor der Estancia wieder.

DJ führte uns nun zu den Pferden. Antonio war bereits dort und hatte die Pferde bereits gesattelt. Er sollte uns auch bei dieser Aktion begleiten. Da wir alle Anfänger waren hatten wir keinerlei Ahnung, was uns erwarten würde und wie wir überhaupt auf das Pferd aufsteigen sollten.
die Einstiegshilfe
Zu unserer Erleichterung gab es so etwas wie eine Aufstiegshilfe. Im Prinzip waren es lediglich zwei kleine Treppen, die links und rechts standen. In der Mitte wurde das Pferd gestellt, man selbst konnte dann über die Treppen aufsteigen und kam so relativ problemlos auf das Pferd. Wir erhielten zuvor noch eine kurze Einweisung darüber, wie wir die Pferde steuern können.

Nachdem wir alle auf unseren Pferden saßen ging es auch schon los. In atemberaubender Geschwindigkeit setzten wir uns in Bewegung. Antonio ritt voran, DJ sorgte als letzter dafür, dass auch niemand verloren ging. Nach kurzer Zeit auf dem Pferd haben wir uns recht sicher gefühlt und die Angst davor runterzufallen war weg.

Der Ausflug dauerte etwa 90 Minuten. Die Geschwindigkeit der Pferde konnte keiner von uns wirklich gut beeinflussen. Das Tempo hielt sich dennoch die ganze Zeit sehr in Grenzen. Trotzdem wirbelten die Tiere auf dem sandigen Weg deutlich etwas Staub auf. Gegen Ende des Ausritts wurde es langsam dunkel, wir ritten der untergehenden Sonne entgegen. Als die Tiere bemerkten, dass sie wieder in Nähe ihres Stalls kamen wurden sie für einen kurzen Moment schneller. Damit war unsere erste Reiterfahrung auch beendet.

Bereits am Vortag hatten wir für den kommenden Tag eine Jaguartour gebucht. Diese sollte um 5 Uhr morgens losgehen. Daher wurde der Abend nicht sonderlich spät. Leider wurde uns keine Piranha-Suppe serviert. Auf Nachfrage bekamen wir gesagt, dass die Köche Piranhas nicht zubereiten würden. An diesem Abend gab es in der Estancia Livemusik. Zwei Männer sangen mit einer Gitarre und einem Rhythmusinstrument etwa zwei Stunden lang brasilianische Lieder.

Bilder dieses Tages

Kuhstärling - <i>Molothrus rufoaxillaris</i> - Pantanal, Mato Grosso Mantelkardinal - <i>Paroaria capitata</i> - Pantanal, Mato Grosso Brillenkaiman - <i>Caiman yacare</i> - Pantanal, Mato Grosso
Kuhstärling - Molothrus rufoaxillaris - Pantanal, Mato Grosso Mantelkardinal - Paroaria capitata - Pantanal, Mato Grosso Brillenkaiman - Caiman yacare - Pantanal, Mato Grosso
 
Brillenkaiman - <i>Caiman yacare</i> - Pantanal, Mato Grosso Brillenkaiman - <i>Caiman yacare</i> - Pantanal, Mato Grosso Brillenkaiman - <i>Caiman yacare</i> - Pantanal, Mato Grosso
Brillenkaiman - Caiman yacare - Pantanal, Mato Grosso Brillenkaiman - Caiman yacare - Pantanal, Mato Grosso Brillenkaiman - Caiman yacare - Pantanal, Mato Grosso
 
Rio Claro - Pantanal, Mato Grosso  Piranha - Pantanal, Mato Grosso
Rio Claro - Pantanal, Mato Grosso  Piranha - Pantanal, Mato Grosso