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Tag 3: Fahrt von Cervantes nach Burn's Beach

13.09.2011

Der Campingplatz lag direkt am Meer. Daher nutzten wir die Gelegenheit und machten vor der Weiterfahrt einen kleinen Spaziergang am Strand, der sich direkt am Ausgang des Campingplatzes befindet.

Strand des Campingplatzes
Offensichtlich wurde über den Winter sehr viele Algen und Seetang angespült, der Strand war voll damit. Nach einem kurzen Spaziergang bereiteten wir alles für die Weiterfahrt vor. An diesem Tag wollten wir wieder zurück bis in die Nähe von Perth fahren.

In der Nähe von Cervantes liegt der Lake Thetis. In diesem See hat man die Gelegenheit, Stromatolithen zu sehen. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Daher steuerten wir direkt nach der Abfahrt aus dem Campingplatz diesen See an.

Dieser See ist an der größten Stelle etwa 400 Meter breit und auch nur etwa 2-3 Meter tief. Er ist stark salzhaltig und einer der seltenen Orte auf der Welt, wo man noch lebende Stromatolithen finden kann. Stromatolithen sind, vereinfacht gesagt, versteinerte Überreste von sehr alten Bakterienkolonien. Am Lake Thetis ist die oberste Schicht der Stromatolithen immer noch von Bakterien besiedelt, so dass die Bildung dort weitergeht.

Stromatolith
Durch den starken Salzgehalt dieses Sees werden Fressfeinde an der Entwicklung gehindert, so dass die Bakterien auch heute noch wachsen können.

Die Fahrt dorthin dauerte nicht lange. Der See ist von einem stark salzhaltigen moorartigen Gebiet umgeben. Über einen Steg gelangt man etwas in den See hinein. Von dort kann man die Stromatolithen gut sehen. Daneben kann man auch einen Rundweg um den See begehen. Dort sind einige Schilder aufgestellt, die Erklärungen zu den Eigenarten des Sees bereithalten. Neben den Stromatolithen gibt es in diesem See nicht sonderlich viel leben. Wir konnten nur wenige kleine Fische sowie einen leichten purpurfarbenen Algenteppich erkennen.

Die Gegend um Badgingarra ist für Standorte von Byblis lamellata bekannt. Dieser Ort liegt zwar etwas weiter nördlicher, aber dennoch machten wir noch einige Stopps, in der Hoffnung einen Standort dieser Pflanze zu finden. Die Suche nach Byblis lamellata sollte erfolglos bleiben, dennoch konnten wir bei diesen Stopps das ein oder andere finden.


Drosera magna
Der erste Stopp hat sich direkt gelohnt. Wir fanden an dieser Stelle rot ausgefärbte Drosera magna, direkt daneben standen einige Drosera porrecta.

An diesem Standort fielen uns zum ersten Mal die für dieses Gegend von Australien typischen Grasbäume (Xanthorrhoea sp.) auf. Sie sind für Australien endemisch. In der Regel bestehen sie aus einem einzigen Stamm, an dessen Spitze sich die neuen Blätter entwickeln. Sie ähneln dadurch übergroßen Grasbüscheln, was wohl zu dem Namen geführt hat.

Die nächste Drosera, die wir finden konnten war Drosera macrantha. Die Pflanzen können bis zu 1,5 Meter hoch werden. Die Pflanzen klettern an kleinen Büschen und Bäumen empor. Sie haften sich dabei mit einem Teil ihrer Blätter an der umgebenden Vegetation an und stellen somit sicher, dass sie problemlos nach oben wachsen können.

Auch hier gab es wieder Orchideen. Die meisten konnten wir leider nicht bestimmen.

Stylidium sp.
Die auffälligste war auch hier wieder die Lackorchidee Elythranthera brunonis.

Eine weiter für Australien typische Pflanzengattung ist die Gattung Stylidium, die sogenannten Schusspflanzen bzw. in Englisch Triggerplants . Diese Pflanzen besitzen bewegliche Staubblätter, die zuschlagen, sobald sich ein Insekt auf die Blüte setzt. Dem Insekt wird der Pollen praktisch auf den Hinterleib geschlagen. Bei den größten Vertretern dieser Art kann man das sehr gut spüren, wenn man den Mechanismus künstlich mit der Hand auslöst. Mindestens eine Art, Stylidium debile, bildet am Blütenstiel einige Tautropfen aus, mit deren Hilfe Kleinstlebewesen gefangen werden können. Diese Pflanze steht daher unter dem Verdacht karnivor zu sein (Darnowski et al., 2006). An diesem Standort konnten wir die erste Pflanze dieser Gattung auf unserer Reise finden.

Fünf Minuten nachdem wir weiter gefahren sind machten wir bereits wieder halt, da uns die Stelle vielversprechend aussah. Diese Fläche war deutlich offener und die Büsche niedriger als am Standort zuvor. Das Substrat bestand fast ausschließlich aus Sand. Wir konnten hier nochmal dieselben Pflanzen finden wie zuvor. Hier konnten wir aber zudem noch zwei neue Arten finden, zum einen eine Zwergdrosera, vermutlich Drosera echinoblastus, zum anderen die kletternde Knollendrosera Drosera pallida.


Drosera pallida, Drosera echinoblastus und Drosera drummondii


Neben all den Karnivoren war eine andere Pflanze an diesem Standort noch sehr auffällig. Dabei handelte es sich um einen Neophyt, eine eingeschleppte Pflanzenart aus Südafrika. Das so genannte Cape Weed, Arctotheca calendula kann sich in Australien hervorragend vermehren, da die Klimaverhältnisse ähnlich sind.

Daneben konnten wir noch eine Pflanze der Gattung Kennedia finden. Diese Pflanzen gehören zur Familie der Fabaceaen (Hülsenfrüchte) und werden zum Teil bei uns auch als Topfpflanzen gehalten. Alle Arten dieser Gattung sind Kletterpflanzen.

Wieder fuhren wir nicht lange, bevor wir das nächste Mal anhielten. Auch hier fanden wir wieder rot ausgefärbte Drosera magna und Drosera pallida. Die Fläche bestand hier aus annähernd reinem Quarzsand. In den Büschen fanden wir hier einige Drosera drummondii, eine ebenfalls kletternde Drosera aus dem Drosera menziesii-Komplex. Zu Hause erkannten wir dann, dass wir dort auch Drosera thysanosepala, eine weitere Art aus dem Drosera menziesii-Komplex gefunden hatten.

Weiterhin erwähnenswert ist sicherlich Anigozanthos humilis, eine Pflanze aus er Haemodoraceae-Familie.

Anigozanthos humilis
Diese Pflanzen werden oftmals auch als Känguru-Pflanze bezeichnet, insbesondere die Art Anigozanthos flavidus.

Unser letztes Ziel für diesen Tag war der Yanchep National Park. In diesem Park wird eine Gruppe Koalas gehalten, die wir uns gerne anschauen wollten. Koalas kommen natürlicherweise nicht in Westaustralien vor, daher war es für uns die einzige Gelegenheit, die Tiere in einer annähernd natürlichen Umgebung anzuschauen.

Die Fahrt dorthin war etwa 200 Kilometer lang und verlief ohne Probleme. Im Park fielen uns zuerst eine Gruppe Kakadus und Papageien auf, die auf der großen Wiese nach Nahrung suchten und um einen Apfel kämpften. Die Koalas werden in einem abgegrenzten Bereich gehalten. Die Tiere befanden sich alle in hohen Bäumen und schliefen. Wenn man bedenkt, dass Koalas etwa 18 Stunden am Tag schlafen, ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass sich keines der Tiere während unseres Besuchs bewegte. Dort werden insgesamt 11 Tiere gehalten, die ursprünglich aus Queensland stammen.

Den Campingplatz in Burn's Beach hatten wir schnell gefunden. Die Cabins dort waren deutlich komfortabler als die am Vortag. Wir hatten hier sogar eine eigene Dusche und WC, die Betten waren auch bezogen.

Wir waren ja nun wieder in der Nähe von Perth, sogar in der Nähe des Lake Jandabup, den wir am Vortag nicht gefunden hatten.

Koalabär
Da es erst früher Nachmittag war, brachen wir nochmal zu diesem See auf. Dieses Mal fanden wir ihn dann auch. Leider war das Ufer von Privatgrundstücken und einem dichten Schilfstreifen verdeckt, so dass wir kaum an den See rankamen. An einer Stelle konnten wir dann etwas an den See gelangen. Er schien gerade sehr viel Wasser zu führen, so dass wir leider nicht bis zu den für uns interessanten Stellen gelangen konnten. Wir brachen die Suche daher ab und fuhren zur Cabin zurück.

Zurück in der Cabin begannen wir damit, unser Abendessen zuzubereiten. Es gab für jeden von uns das erste Kängurusteak seines Lebens. Das dunkle Fleisch ist etwas mit Wild vergleichbar, wird aber wie Rindfleisch gebraten. Wenn man das Glück hat, ein gutes Stück zu bekommen ist das wirklich empfehlenswert. Dazu tranken wir etwas australischen Wein und ließen den Abend in der Cabin ausklingen.

Bilder dieses Tages

<i>Drosera magna</i> - Badgingarra <i>Drosera magna</i> - Badgingarra <i>Drosera porrecta</i> - Badgingarra
Drosera magna - Badgingarra Drosera magna - Badgingarra Drosera porrecta - Badgingarra
 
<i>Drosera porrecta</i> - Badgingarra Badgingarra <i>Drosera magna</i> - Badgingarra
Drosera porrecta - Badgingarra Badgingarra Drosera magna - Badgingarra
 
<i>Drosera porrecta</i> - Badgingarra <i>Drosera porrecta</i> - Badgingarra <i>Drosera porrecta</i> - Badgingarra
Drosera porrecta - Badgingarra Drosera porrecta - Badgingarra Drosera porrecta - Badgingarra
 
<i>Drosera porrecta</i> - Badgingarra Badgingarra <i>Drosera pallida</i> - Badgingarra
Drosera porrecta - Badgingarra Badgingarra Drosera pallida - Badgingarra
 
<i>Drosera porrecta</i> - Badgingarra <i>Kennedia</i> sp.</i> - Badgingarra <i>Drosera echinoblastus</i> - Badgingarra
Drosera porrecta - Badgingarra Kennedia sp. - Badgingarra Drosera echinoblastus - Badgingarra
 
<i>Drosera echinoblastus</i> - Badgingarra <i>Arctotheca calendula</i> - Badgingarra <i>Drosera magna</i> - Badgingarra
Drosera echinoblastus - Badgingarra Arctotheca calendula - Badgingarra Drosera magna - Badgingarra
 
<i>Drosera pallida</i> - Badgingarra <i>Drosera pallida</i> - Badgingarra <i>Drosera drummondii</i> - Badgingarra
Drosera pallida - Badgingarra Drosera pallida - Badgingarra Drosera drummondii - Badgingarra
 
<i>Drosera drummondii</i> - Badgingarra <i>Drosera drummondii</i> - Badgingarra <i>Anigozanthos humilis</i> - Badgingarra
Drosera drummondii - Badgingarra Drosera drummondii - Badgingarra Anigozanthos humilis - Badgingarra
 
<i>Drosera thysanosepala</i> - Badgingarra <i>Drosera magna</i> - Badgingarra Rosakakadu - <i>Eolophus roseicapillus</i> - Yanchep
Drosera thysanosepala - Badgingarra Drosera magna - Badgingarra Rosakakadu - Eolophus roseicapillus - Yanchep
 
Rainbow Lorikeet - Yanchep Koala - Yanchep Koala - Yanchep
Rainbow Lorikeet - Yanchep Koala - Yanchep Koala - Yanchep
 
Koala - Yanchep <i>Xanthorrhoea</i> sp.</i> - Yanchep Yanchep
Koala - Yanchep Xanthorrhoea sp. - Yanchep Yanchep